Logopädie Stuhr-Drobig
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Wie entsteht Stimme?

Die Stimmerzeugung ist ein komplexer Vorgang, an dem nicht nur der Kehlkopf und die Stimmbänder beteiligt sind, sondern auch die Lunge und die an der Atmung beteiligten Muskeln sowie das so genannte Ansatzrohr. Gemeint sind alle luftgefüllten Räume des Schädels, in erster Linie der Mundraum und der Nasenraum.

Durch einen gewisssen Luftanblasedruck der Lunge sowie willkürliche und unwillkürliche Nervenimpulse werden die Stimmbänder in Schwingung versetzt, so dass ein Ton entsteht, der jedoch klanglos und eher geräuschhaft ist und an einen Rülpser erinnert.

Das Ansatzrohr verstärkt diesen Ton und erzeugt durch Resonanz- ähnlich einem Instrument - den charakteristischen Klang einer Stimme.

Durch verschiedene Einstellungen der veränderlichen Anteile des Ansatzrohrs -also des Mundraums bzw. der Artikulationsorgane- werden die Vokale gebildet.

Die Stimmstärke oder Lautstärke wird hauptsächlich durch einen erhöhten oder verringerten Luftanblasedruck bestimmt. Oftmals kompensieren stimmschwächere Menschen mit erhöhtem muskulären Druck, um mehr Lautstärke zu erzeugen. Über kurz oder lang führt dies zu einer Stimmstörung.

Die Tonhöhe wird von der Spannung der Stimmbänder bestimmt, die durch Nervenimpulse willentlich gesteuert werden kann, ähnlich der Geigensaite, die durch abgreifen mal mehr, mal weniger gespannt wird und so in der Tonhöhe variiert.

Wie kompliziert dieser Vorgang wirklich ist, kann sich jeder vorstellen, der schon einmal unmusikalischen Zeitgenossen beim Singen zuhören musste.


 Wie entstehen Stimmstörungen?

Stimmstörungen gehen meist mit  Heiserkeit (im Sinne eines krankhaft veränderten Stimmklangs), Einschränkungen der stimmlichen Leistungsfähigkeit und Missempfindungen im Halsbereich einher. Das kann funktionelle, organische, psychische, aber auch hormonelle Ursachen haben:

Funktionell bedingte Stimmstörungen entstehen durch fehlerhaften Gebrauch des Stimmapparats; durch zu geringen oder übermäßige Krafteinsatz zur Stimmgebung oder durch ein Missverhältnis zwischen stimmlichen Anforderungen und Leistungsfähigkeit. Menschen mit mangelnder stimmlicher Belastbarkeit in Sprechberufen sind besonders gefährdet. Überdauern diese fehlerhaften Muster, können sie auch zu Veränderungen an den Stimmbändern führen. Auch psychische Belastungen oder Traumen können eine Stimmstörung auslösen.

Organisch bedingte Stimmstörungen gehen mit Veränderungen am Stimmapparat, am gesamten Kehlkopf oder dessen Nervenversorgung einher. Diese Veränderungen sind ursächlich für einen veränderten Stimmklang bis hin zur Stimmlosigkeit.


Hinweise zur Stimmhygiene

Maßnahmen zur Erhaltung der Stimmgesundheit nennt man Stimmhygiene. Durch Einhaltung einiger wichtiger Regeln können sich  insbesondere Menschen, die beruflich auf Ihre Stimme angewiesen sind, vor  Erkrankungen oder Verlust der Stimme schützen:

 

Schützen Sie sich vor Atemwegsinfekten!

Halten Sie ihre Schleimhäute feucht, durch ausreichend Flüssigkeitszufuhr, ggf. Halsbonbons(keine scharfen!)

Schonen Sie konsequent die Stimme bei Heiserkeit und Entzündungen im Halsbereich!

Bestenfalls sollten Sie Stimmruhe halten, auf keinen Fall aber Flüstern! 

Flüstern ist KEIN schonender Stimmeinsatz! Es belastet den Stimmapparat!

Möglichst nicht Räuspern, trinken Sie stattdessen etwas in kleinen Schlucken, am besten Grünen- oder Salbeitee

einige Getränke trocknen die Schleimhäute aus: Kaffee, Säfte Pfefferminztee, Kamillentee

Sorgen Sie in Sprechsituationen dafür, dass Sie gegen möglichst wenig Lärm ankämpfen müssen!

Schützen Sie den Kehlkopf vor extremen Reizen und Giften: zu heiß, zu kalt, zu scharf, Zigaretten- und Kneipenrauch, Alkohol, Säuren (auch Säfte enthalten viel Säure)

die Zunge, Sie können zusätzlich auch mit etwas Olivenöl spülen, das befeuchtet die Schleimhäute und wirkt antibakteriell!

 Wenn Sie einen Sprechberuf ergreifen möchten, sollten Sie die stimmliche Eignung von einem HNO- Arzt oder einem Phoniater prüfen lassen!

Bei gehäuftem Auftreten von Heiserkeit, Stimmermüdung, Stimmlosigkeit oder Missempfindungen im Halsbereich unbedingt einen Arzt aufsuchen!


Hier finden Sie unseren Praxisflyer zum Thema Stimme als PDF zum Anschauen und Ausdrucken.